Das richtige Maß an Mitarbeitermotivation: Nicht jeden spornt dasselbe an

Für Unternehmer ist es heutzutage enorm wichtig, erfolgreich die eigenen Mitarbeiter motivieren zu können. Das war nicht immer so. Blicken wir ein paar Jahrzehnte zurück, hat kaum jemand den Begriff Mitarbeitermotivation bewusst in den Mund genommen, geschweige denn großartig darüber nachgedacht. Inzwischen ist die Motivation der Mitarbeiter quasi der Erfolgsfaktor schlechthin für Unternehmer, die Innovation großschreiben und etwas erreichen wollen. Was also hat sich verändert?

 

Motivation – der Motor unseres Handelns

Einfach ausgedrückt ist Motivation der Grund für unser Handeln. Dabei wird zwischen extrinsischer Motivation (Anreize von außen wie monetäre Leistungen) und intrinsischer Motivation (Handeln um seiner selbst willen) unterschieden. Insofern war Mitarbeitermotivation immer schon Bestandteil des Arbeitslebens, auch wenn sie nicht bewusst wahrgenommen und thematisiert wurde. Extrinsische Motivation – zum Beispiel Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen – gab es für die Menschen ja schon immer. Der Unterschied zu früher ist also nicht, dass Motivation in der Arbeitswelt bisher keine Rolle gespielt hat. Im Endeffekt findet gerade ein Wandel von extrinsischer Motivation hin zu intrinsischer Motivation statt.

 

Intrinsische Motivation als Erfolgsfaktor

Für den Paradigmenwechsel in punkto Motivation gibt es triftige Gründe. Bevor Mitarbeitermotivation zum neuen Schlagwort der Unternehmensführung wurde, war Spaß an der Arbeit in vielen Fällen kein Thema, bestenfalls Nebensache. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort “Erst die Arbeit, dann das Vergnügen”. Auch wenn es immer schon Arbeitnehmer gab, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben – die Eigenmotivation zu steigern ist ein Trend der modernen Gesellschaft, der eigentlich immer noch in den Kinderschuhen steckt und in vielen Branchen überhaupt jetzt erst so richtig an Bedeutung gewinnt. Dieser Bedeutungszuwachs ist wohl zweierlei Faktoren geschuldet.

  1. Erstens: Vor allem jüngere Arbeitnehmer wollen nicht nur im Privat-, sondern auch im Berufsleben Erfüllung finden. Eine Arbeit, die keinen Spaß macht und der eine gewisse Sinnhaftigkeit fehlt, entspricht nicht mehr den Vorstellungen dieser Arbeitnehmer.
  2. Zweitens: Um sich als Unternehmer am globalisierten und digitalisierten Markt behaupten zu können, ist es notwendig innovativ zu sein. Dazu braucht ein Unternehmen motivierte Mitarbeiter.

Auf das Warum gibt es also eine einfache Antwort: wenn Sie als Unternehmer Erfolg haben wollen, brauchen Sie intrinsisch motivierte Mitarbeiter!

Wussten Sie, dass intrinsische Motivation als Erfolgsfaktor sogar wissenschaftlich nachweisbar ist? Dan Pink hat dazu einen überaus interessanten Vortrag gehalten.

 

So gestalten Sie als Unternehmer erfolgreiche Mitarbeitermotivation

Die Preisfrage besteht nun darin herauszufinden, wie Sie Ihre Mitarbeiter erfolgreich motivieren können. Hier sind 4 erfolgversprechende Tipps:

  • Übertragen Sie Verantwortung: Autonomes Arbeiten ist ein wichtiger Motivationsfaktor. Wenn Mitarbeiter ihre Aufgaben bis zu einem gewissen Grad selbstbestimmt erledigen können, werden sie leidenschaftlicher bei der Sache sein.
  • Lob und Anerkennung: Wenn Mitarbeiter von Vorgesetzten und Kollegen Wertschätzung erhalten, ist das natürlich ein entsprechender Motivationsschub. Das kann zum Beispiel ein der Situation angemessenes individuelles Lob sein. Idealerweise erfahren Ihre Mitarbeiter aber nachhaltige und vor allem auch ernst gemeinte Anerkennung durch respektvollen Umgang, wertschätzende Gesten etc.
  • Stärken und Schwächen der Mitarbeiter beachten: Jeder Arbeitnehmer hat Stärken und Schwächen. Dementsprechend sollte er eingesetzt werden und Aufgaben erhalten, die seinen Fähigkeiten entsprechen und die er mit Erfolg bewältigen kann. Nicht immer ist Können eine Garantie dafür, dass die Arbeit mit Freude erledigt wird, aber umgekehrt wird niemand gerne Aufgaben bearbeiten, die ihm prinzipiell Schwierigkeiten bereiten.

Die Stärken der Mitarbeiter bei der Aufgabenverteilung zu beachten bedeutet nicht Arbeitnehmer vor keine Herausforderungen zu stellen. Mitarbeitern die Lösung schwieriger Aufgaben anzuvertrauen kann sogar ein besonders erfolgreicher Motivationsanreiz sein!

  • Kommunikation: Wie so oft ist auch für die Mitarbeitermotivation eine gute Kommunikationskultur das Um und Auf. Dazu gehören klare Aufgabenstellungen und Zielvorgaben, das Kommunizieren von Entscheidungen und auch Feedback an die Mitarbeiter.

Zu guter Letzt noch der wichtigste Ratschlag überhaupt: Motivation hängt von der individuellen Persönlichkeit des Mitarbeiters ab! Ergo, motivieren Sie keine zwei Mitarbeiter auf die gleiche Weise. Lassen Sie daher auch extrinsische Motivationsanreize nicht vollkommen außer Acht. Um als Unternehmer erfolgreiche Mitarbeitermotivation zu betreiben, müssen Sie auf eine ganze Palette an Maßnahmen zurückgreifen können und das auch wollen. Denn nur, wenn Sie selbst davon überzeugt sind, dass Motivation wichtig ist, können Sie auch Ihre Mitarbeiter mitreißen, oder wie der Philosoph Augustinus schon vor langer Zeit sagte: In Dir muss brennen, was Du in anderen entzünden willst.

 

Was Sie tun können wenn die Flamme nicht überspringt

Nicht bei allen Mitarbeitern werden Sie mit Ihren Motivationsanzreizen vollen Erfolg haben. Suchen Sie dann das Gespräch mit dem betreffenden Mitarbeiter. Auch wenn für Sie als Arbeitgeber das nicht auf den ersten Blick ersichtlich sein mag – es kann seitens des Arbeitnehmers gute Gründe dafür geben, dass Ihre Motivationsmaßnahmen nicht fruchten. Gesundheitliche Probleme, die falschen Motivationsanreize, Über- oder Unterforderung in Bezug auf die Aufgaben…die Liste möglicher Gründe ist lang. Motivation äußert sich außerdem nicht immer auf die gleiche Weise. In einem Gespräch wird sich das auf jeden Fall klären und eine Lösung finden lassen.

 

Das richtige Maß an Motivation ist entscheidend

Mitarbeiter für ihre Arbeit nachhaltig zu motivieren ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg eines Unternehmens. Gleichzeitig ist es auch für die Mitarbeiter selbst positiv, wenn Sie Ihre Arbeit gerne verrichten – schließlich verbringen Sie damit einen Großteil ihrer Zeit. Genau darin liegt aber auch ein gewisses Gefahrenpotenzial: motivierte Mitarbeiter neigen leichter dazu zuviel in die Arbeit investieren. Langfristig wird sich das negativ auswirken, weil der Mitarbeiter irgendwann ausbrennt und dann die Motivation erst wieder verloren geht. Nur wer auch abschalten kann, hat danach wieder Energie für die beruflichen Aufgaben. Als Unternehmer sollten Sie daher darauf achten, dass Ihre Mitarbeiter nicht übermotiviert an Ihre Arbeit herangehen, sondern stattdessen ein gesundes Maß an Motivation mitbringen. Dann haben alle etwas davon!

Die aktuelle Diskussion zu diesem Thema finden Sie auf Facebook!