So berechnen Sie Ihre Arbeitszeit richtig, ohne dass Ihnen Ihr Chef oder die Gewerkschaft auf die Füße steigt

Die heutige Arbeitswelt ist flexibel und mobil, das gilt auch für die Arbeitszeit. Arbeitnehmer profitieren von mehr und unterschiedlichen Arbeitszeitmodellen, wie Gleitzeit oder Teilzeit in verschiedener Form. Die tägliche oder auch die monatliche Arbeitszeit hat man dann nicht mehr so einfach im Kopf. Wie berechnet man Sie also am besten und was zählt eigentlich alles dazu?

Arbeitszeit – eine Definition

Der Begriff “Arbeitszeit” ist komplexer als es auf den ersten Blick scheint. Gerade für das Berechnen der eigenen Arbeitszeit ist es aber wichtig zu wissen, welche Zeiten man tatsächlich berücksichtigen muss.

Gesetzliche Definition von Arbeitszeit

In Österreich ist Arbeitszeit laut § 2 des Arbeitszeitgesetzes (AZG) “[…] die Zeit vom Beginn bis zum Ende der Arbeit ohne die Ruhepausen.” Im deutschen Arbeitszeitgesetz (ArbZG) findet sich dieselbe Definition (vgl. § 2 ArbZG).

Nicht nur die klassische Anwesenheitszeit im Büro oder bei einem Kunden vor Ort ist daher Arbeitszeit. Auch Arbeitsbereitschaft und Bereitschaftsdienst zählen beispielsweise als Arbeitszeit. Dasselbe gilt für Reisezeiten, also für Dienstreisen.

Anders verhält es sich bei der Rufbereitschaft. Diese zählt prinzipiell nicht als Arbeitszeit. Nur wenn Sie tatsächlich einen Arbeitseinsatz haben, wird dieser als Arbeitszeit gezählt.

Fahrzeiten im Rahmen des Arbeitsweges von der Wohnung zur Arbeit (fester Arbeitsort) gelten nicht als Arbeitszeit.

Beachten Sie auch, dass Arbeitszeit in Bezug auf verschiedene Berufsgruppen zum Teil aufgrund von Sonderregelungen unterschiedlich zu bewerten ist. Die Arbeitszeit einer Ärztin umfasst andere Zeiten wie jene eines Büroangestellten. Im Bedarfsfall ist es auf jeden Fall empfehlenswert sich über die relevanten Bestimmungen etwas genauer zu informieren.

Tägliche Arbeitszeit

Zur Berechnung der täglichen Arbeitszeit dividieren Sie einfach die Wochenarbeitszeit Ihres Arbeitszeitmodells durch die Anzahl der Arbeitstage pro Woche. So erhalten Sie die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit.

Vereinbarte Wochenarbeitszeit : Anzahl der Arbeitstage pro Woche = durchschnittliche tägliche Arbeitszeit



Wenn Sie zum Beispiel ein Arbeitszeitmodell mit 38,5 Stunden Wochenarbeitszeit haben und an 5 Arbeitstagen arbeiten müssen, ergibt sich eine durchschnittliche tägliche Arbeitszeit von 7 Stunden 42 Minuten.

Auch andere Varianten von Arbeitszeitmodellen lassen sich nach diesem Muster berechnen. Wenn Sie im Rahmen eines Arbeitszeitmodells von 40 Stunden am Freitag 6 Stunden fix arbeiten und nur für die restlichen Tage die durchschnittliche Arbeitszeit errechnen wollen, ziehen Sie die 6 Stunden von der Wochenarbeitszeit ab und dividieren das Ergebnis dann durch 4. Daraus ergibt sich eine durchschnittliche tägliche Arbeitszeit von 8 Stunden 30 Minuten für Montag bis Donnerstag (40 – 6 = 34 : 4 = 8,5)

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Monatliche Arbeitszeit

Für die monatliche Arbeitszeit muss zunächst die Wochenanzahl pro Monat ermittelt werden, indem die Anzahl der Wochen pro Jahr (52) durch die Anzahl der Monate (12) dividiert wird. Um einen exakten Wert zu erhalten, sind auch die Schaltjahre zu berücksichtigen. Daraus ergibt sich eine Wochenanzahl von gerundet 4,35. Davon ausgehend errechnet sich die monatliche Arbeitszeit wie folgt:

Vereinbarte Wochenarbeitszeit x 4,35 = monatliche Arbeitszeit

Haben Sie etwa ein Teilzeitmodell mit 20 Wochenstunden, müssen Sie demzufolge 87 Stunden pro Monat arbeiten. (20 x 4,35 = 87)

Die monatliche Arbeitszeit wird auch dazu herangezogen den Stundenlohn zu errechnen => Monatslohn : monatliche Arbeitszeit = Stundenlohn


Lesen Sie bei uns auch nach Wie Sie Ihren Urlaubsanspruch berechnen.

Entspannt zurücklehnen ist angesagt.

 

Pausen während der Arbeitszeit

Wer arbeitet hat sich auch mal Pause verdient und Pausen während der Arbeitszeit sind auch keine freiwillige Angelegenheit. Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet Arbeitnehmern nach einer bestimmten Zeit Pausen von festgelegter Dauer zu gewähren.

 

So macht Deutschland Pause

In Deutschland sieht das Gesetz eine Ruhepause von mindestens 30 Minuten nach einer Arbeitszeit von 6 Stunden vor. Werden mehr als 9 Stunden gearbeitet, müssen 45 Minuten Pause gewährt werden. Eine Teilung der Pausen in Einheiten zu je 15 Minuten ist erlaubt.

Wird die Arbeit für weniger als 15 Minuten pausiert, zählt diese Unterbrechung prinzipiell als Arbeitszeit. In Tarifverträgen können aber andere Vereinbarungen getroffen werden.


Gehen Sie sicher, dass die gesetzlichen Pausen eingehalten werden.


So macht Österreich Pause

Der österreichische Gesetzgeber sieht nach einer Arbeitszeit von 6 Stunden 30 Minuten Pause vor. Die 30 Minuten müssen aber nicht am Stück gewährt werden. Aus betrieblichen Gründen oder im Interesse der Arbeitnehmer, ist es erlaubt die Pausen auf Einheiten von 2 Mal 15 Minuten oder 3 Mal 10 Minuten aufzuteilen. Für bestimmte, vor allem schwere Arbeiten und wo es für die Gesundheit der Arbeitnehmer erforderlich ist, kann das Arbeitsinspektorat auch zusätzliche oder längere Ruhepausen anordnen.

Pausen gelten nicht als Arbeitszeit, sie werden daher auch nicht bezahlt!

So macht die Schweiz Pause

In der Schweiz ist ab einer Arbeitszeit von mehr als 5,5 Stunden eine Pause von mindestens 15 Minuten Pflicht. Bei mehr als 7 Stunden Arbeitszeit müssen 30 Minuten Pause gemacht werden, ab einer Arbeitszeit von 9 Stunden 60 Minuten. Eine Aufteilung der Pausen in kleinere Einheiten ist nur erlaubt, wenn die Pause länger als 15 Minuten dauert. Längere Pausen können eingeplant werden. Pausen gelten in der Schweiz grundsätzlich nicht als Arbeitszeit, solange es dem Mitarbeiter frei steht, sich vom Arbeitsplatz zu entfernen. Im Arbeitsvertrag kann das aber auch anders festgelegt werden.

10 Kommentare

  1. bitzer 17.04.2017
    • Kunigunde Leitner 20.04.2017
      • Maria Liebhart 21.11.2017
        • Kunigunde Leitner 23.11.2017
  2. Franz 17.01.2018
    • Kunigunde Leitner 17.01.2018
      • Franz 17.01.2018
        • Kunigunde Leitner 18.01.2018
  3. Jessy 20.01.2018
    • Kunigunde Leitner 26.01.2018

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