Arbeitszeitmodelle

[motabox]


1. Definition: Was sind Arbeitszeitmodelle?

Ein Arbeitszeitmodell regelt die Arbeitszeiten von Mitarbeitern in einem Unternehmen. Arbeitszeitmodelle sind also ein Mittel der Arbeitszeitgestaltung.

Da die Ausgestaltung der Arbeitszeit in unterschiedlichen Branchen und Bereichen verschiedene Formen annehmen kann und muss, gibt es auch eine Vielzahl unterschiedlicher Arbeitszeitmodelle. Die Bandbreite reicht von der klassischen Vollzeit bis hin zum Minijob, Vertrauensarbeitszeit, Schichtarbeit oder Home Office.

Das Arbeitszeitmodell wird in der Regel individuell mit jedem Arbeitnehmer einzeln im Arbeitsvertrag vereinbart.

1.1 Warum gibt es verschiedene Arbeitszeitmodelle?


Mit Arbeitszeitmodellen werden die Sollarbeitszeiten der Mitarbeiter konkret festgelegt und geregelt.

Das hat zum einen rechtliche Gründe. So ist das Arbeitszeitmodell auch die Basis für den Urlaubsanspruch oder Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.

Andererseits kann ein Unternehmen durch die Vereinbarung von Arbeitszeiten mit den Mitarbeitern natürlich auch den laufenden Betrieb entsprechend organisieren und planen.

Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer haben damit eine gewisse Sicherheit. Bei Verstößen gegen das vereinbarte Arbeitszeitmodell können sich beide Seiten darauf berufen und etwaige Ansprüche geltend machen.

Mehr Kontrolle & Übersicht!
Eine betriebliche Arbeitszeiterfassung hilft bei Kontrolle und Abgleich des Arbeitszeitmodells mit der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit und stellt sicher, dass alles korrekt und detailliert dokumentiert wird.

Überzeugen Sie sich selbst bei einem kostenlosen 14-Tage-Test!

2. Was gibt es für Arbeitszeitmodelle?

2.1 Vollzeit

Für Vollzeit gibt es keine fixe, rechtlich verbindliche Definition.

Üblicherweise gelten 35 bis maximal 40 Arbeitsstunden pro Woche als Vollzeit. Wie viele Stunden in einem Betrieb tatsächlich als Vollzeit gelten, bestimmt das Unternehmen aber grundsätzlich selbst.

Es gibt allerdings gesetzliche Grenzen für die Höchstarbeitszeit pro Tag und Woche. Diese sind bei der Festlegung des Vollzeit Arbeitszeitmodells im Betrieb jedenfalls zu beachten und einzuhalten.

2.2 Teilzeit

Bei Teilzeit sind Mitarbeiter weniger Stunden pro Woche in der Arbeit als Vollzeitmitarbeiter bzw. als gesetzlich oder kollektiv-/tarifvertraglich vorgesehen. Teilzeit ist ein sehr flexibles Arbeitszeitmodell, da das genaue Stundenausmaß mit dem Arbeitnehmer individuell vereinbart wird. Das Gleiche gilt für die Verteilung der Arbeitszeit auf die Arbeitswoche. Es gibt daher sehr viele unterschiedliche Teilzeitmodelle.

Teilzeit Arbeitszeitmodelle
Die Stundenanzahl bei Teilzeit kann von wenigen Stunden bis über 30 Stunden pro Woche variieren. Die Anzahl der Arbeitstage kann ebenfalls je Mitarbeiter unterschiedlich festgelegt werden. So ist es möglich, dass Teilzeitmitarbeiter so wie ihre Vollzeit-Kollegen jeden Tag arbeiten. Es gibt aber auch Modelle, welche die Arbeitszeit zum Beispiel auf eine 3-Tage-Woche aufteilen.

Teilzeit kann darüber hinaus dauerhaft oder nur vorübergehend zum Einsatz kommen. Klassische Beispiele für eine zeitlich begrenzte Teilzeit sind zum Beispiel Bildungs-, Pflege- oder Elternteilzeit. Für ältere Arbeitnehmer gibt es auch die Möglichkeit der so genannten Altersteilzeit.

Für Arbeitgeber bedeutet Teilzeitarbeit geringere Personalkosten je Mitarbeiter, im Gegenzug werden mehr Arbeitskräfte benötigt. Mitarbeiter in Teilzeit haben weniger Verdienst, profitieren grundsätzlich aber von mehr Flexibilität und einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. Privatleben.

2.3 Gleitzeit

Gleitzeit ist ein Arbeitszeitmodell mit sehr viel Flexibilität. Bei Gleitzeit wird kein fixer Zeitraum für die Arbeitszeit definiert. Mitarbeiter können sich stattdessen innerhalb eines gewissen Zeitrahmens ihre Arbeitszeit selbständig einteilen. Arbeitsbeginn und Arbeitsende bestimmen die Mitarbeiter also selbst.

In der Regel wird ein so genannter Gleitzeitrahmen vereinbart, der den frühest möglichen Arbeitszeitbeginn und das späteste Arbeitsende festlegt. Auch eine Kernzeit – also ein Zeitrahmen, in dem die Mitarbeiter zwingend anwesend sein müssen – ist zum Beispiel in Dienstleistungsberufen üblich.

Gleitzeit bietet Arbeitnehmern durch die größere Flexibilität den Vorteil einer besseren Work-Life-Balance. Aber auch Arbeitgeber können von Gleitzeit profitieren, wenn die Belegschaft im Ganzen über einen längeren Zeitraum verteilt anwesend und verfügbar ist.

Gerade bei Gleitzeit ist das Führen eines Arbeitszeitkontos sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer ein guter Weg, um jederzeit den Überblick über den Stundenstand zu behalten.

2.4 Vertrauensarbeitszeit

Vertrauensarbeitszeit ist ein Modell, bei dem Ergebnisse und nicht Präsenz im Vordergrund stehen. Arbeitnehmer müssen daher keine fixe Stundenanzahl pro Woche zwingend anwesend sein, sondern anstehende Aufgaben zufriedenstellend erledigen.

Vertrauensarbeitszeit ist damit ein Arbeitszeitmodell mit größtmöglicher Flexibilität, bei dem sich die Beschäftigten die Arbeit selbst einteilen können. Beruf- und Privatleben lassen sich dadurch natürlich besonders gut vereinbaren. Andererseits ist auch ein gewisses Maß an Selbstorganisation notwendig. Der Arbeitgeber muss in diesem Fall natürlich – wie der Name schon sagt – Vertrauen in die Verlässlichkeit und Integrität der Mitarbeiter setzen.

Eigene gesetzliche Regelungen für Vertrauensarbeitszeit gibt es nicht, Arbeitszeitgesetze und -vorschriften gelten aber selbstverständlich auch für dieses Arbeitszeitmodell. Im Arbeitsvertrag wird üblicherweise jedenfalls eine bestimmte Anzahl an Stunden pro Woche oder Monat vereinbart.

Achtung

Die gesetzlichen Bestimmungen zur Arbeitszeit gelten natürlich auch für flexible Arbeitszeitmodelle. Das betrifft zum Beispiel auch Pausenregelungen oder die Zeiterfassungspflicht!

2.5 Home-Office

Home-Office – also das Arbeiten von zu Hause aus – ist mittlerweile eine alltägliche Arbeitsform geworden. Covid-19 hat diese Form des Arbeitens natürlich auch zwangsweise verstärkt etabliert. Nur so war und ist es möglich die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen und gleichzeitig den Betrieb am Laufen zu halten. Viele Unternehmen und vor allem Arbeitnehmer wussten Home-Office aber bereits vorher zu schätzen.

Selbstverständlich ist Home-Office ein Arbeitszeitmodell, dass nicht in jeder Branche und in jedem Bereich eingesetzt werden kann. Zudem hat nicht jeder Arbeitnehmer zu Hause die Möglichkeit effizient zu arbeiten – sei es wegen begrenzter Räumlichkeiten, oder zum Beispiel auch weil das Arbeiten alleine nicht den persönlichen Bedürfnissen entspricht.

Für viele Beschäftigte sind die Vorteile von Home-Office aber maßgeblich. Die Anfahrtszeiten in die Firma fallen weg, was eine Ersparnis von Zeit und Geld bedeutet. Arbeiten von zu Hause aus bietet in den meisten Fällen auch größere Flexibilität und damit oft bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Die Arbeitszeitgestaltung ist bei Home-Office natürlich immer abhängig von den Vereinbarungen im Arbeitsvertrag. Im Dienstleistungsbereich müssen auch im Home-Office oft fixe Arbeitszeiten eingehalten werden. In der Regel wird Home-Office jedoch auch oft mit Gleitzeit kombiniert.

Mobile-Office

In den letzten Jahren hat sich neben Home-Office auch Mobile-Office immer mehr zum Trend entwickelt. Arbeiten also nicht von zu Hause aus, sondern praktisch an jedem möglichen Ort: Im Café, in einem Park, sogar vom Strand aus.

2.6 Schichtarbeit

Ein relativ fixes Arbeitszeitmodell mit eher wenig Flexibilität ist die Schichtarbeit. Dabei werden die Beschäftigten nach einem bestimmten Zeitplan versetzt am selben Arbeitsplatz eingesetzt. Schichtzyklen sind üblich. Dabei wechseln sich Früh- und Spät- bzw. Nachtschicht in einem bestimmten Rhythmus ab.

Schichtarbeit ist überall dort üblich, wo eine durchgängige Aufrechterhaltung des Betriebs über die übliche Tagesarbeitszeit hinaus notwendig oder gewünscht ist.

Vor allem in Bereichen der öffentlichen Dienstleistung ist ein 24/7 Betrieb notwendig. Aber auch in der Privatwirtschaft (vor allem in der Industrie) wird Schichtarbeit genutzt, um die Produktionsleistung zu steigern und einen effizienten Betrieb zu gewährleisten.

2.7 Rufbereitschaft

Rufbereitschaft ist eine Form des Bereitschaftsdienstes und wird überwiegend in Dienstleistungsberufen eingesetzt, vor allem auch in Berufen mit Notfalleinsätzen. Für Haustechniker, IT Dienstleister, aber auch für Feuerwehrleute oder Ärzte gehört Rufbereitschaft zum Arbeitsalltag.

Die Rufbereitschaft ist damit ein Modell für eine Form der Arbeitszeit auf Abruf. Die Beschäftigten müssen sich bei diesem Arbeitszeitmodell auch nicht zwingend am Arbeitsort aufhalten. Ausschlaggebend ist, dass die Arbeit innerhalb eines gewissen Zeitrahmens aufgenommen werden kann.

Abseits der klassischen Anwendungsgebiete ist Rufbereitschaft auch für Unternehmen mit schwankender Auftragslage interessant. Betriebe können Rufbereitschaft einsetzen um Kapazitäten effizienter einsetzen zu können.

Für Arbeitgeber ist Rufbereitschaft damit eine gute Steuerungsmöglichkeit im Betrieb. Aber auch Arbeitnehmer können davon profitieren. Solange kein Einsatz anfällt, können Mitarbeiter in der Regel einer Freizeitbeschäftigung nachgehen und den Aufenthaltsort innerhalb gewisser Grenzen auch frei wählen.

Rufbereitschaft

2.8 Minijob

Bei einem Minijob handelt es sich um eine Beschäftigung mit einem geringfügigen und begrenzten Stundenausmaß.

Es gibt 2 Arten von Minijobs.

  1. Zeitlich befristete, kurzfristige Beschäftigung ohne Verdienstgrenze
  2. Langfristige Anstellung mit Verdienstgrenze (in Deutschland € 450,-/Monat)

In Österreich und der Schweiz spricht man bei einem Minijob von geringfügiger Beschäftigung.

Die gesetzlichen Regelungen zur Arbeitszeiterfassung gelten grundsätzlich natürlich auch für dieses Arbeitszeitmodell. Das betrifft zum Beispiel auch für die Zeiterfassung oder für den Urlaubsanspruch bei Minijobs. In Deutschland gibt es bestimmte Regelungen nur für Minijobs.

 

timr Digitale Zeiterfassung & Fahrtenbuch im Unternehmen sowie unterwegs hat 4,62 von 5 Sternen 174 Bewertungen auf ProvenExpert.com